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Ist Mundfäule beim Baby, Kleinkind oder Erwachsenen ansteckend

Ähnlich wie die Mundsoor-Infektion macht sich auch die Mundfäule im Mund- und Rachenraum breit.

Mundfäule beim Baby oder Kleinkind häufiger als bei Erwachsenen

Doch während Mundsoor von einem Pilz verursacht wird, auf den Menschen mit einem geschädigten Immunsystem äußerst sensibel reagieren können, wird Mundfäule durch ein Herpes-Virus, nämlich Herpes simplex Typ 1, verursacht.

Bei Mundfäule handelt es sich um eine Erkrankung von Zahnfleisch und Mundschleimhaut, von der vor allem Kleinkinder betroffen sind, die erstmals mit diesem Herpes-Virus in Kontakt kommen. Weil nahezu jeder Mensch nach dem Erstkontakt das Herpes-Virus in sich trägt, tritt Mundfäule Erwachsene seltener auf als Mundfäule beim Kleinkind oder Baby.




Die Verursacher: Herpes-simplex-Viren

Mundfäule ist eine Krankheit, die von den Herpes-Simplex-Viren übertragen wird. Sehr viel häufiger und bekannter sind jedoch die Herpesbläschen an den Lippen, von denen infizierte Erwachsene immer wieder geplagt werden. Auch Genitalherpes kann von diesen Viren ausgelöst werden. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Krankheit, bei der sich – ähnlich wie bei Lippenherpes – Bläschen im Genitalbereich bilden und ausbreiten.

Diese Formen der Herpeserkrankung sind bereits seit der Antike bekannt und dokumentiert. So verbot beispielsweise Kaiser Tiberius das Küssen bei öffentlichen Veranstaltungen, nachdem die Ausbreitung der Bläschen bei den Römern beobachtet worden war. Einige der Krankheiten, die von Herpes ausgelöst werden, können sogar lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Dazu gehört die sogenannte Herpes-simplex-Enzephalitis, bei der es sich um eine Entzündung des Gehirns handelt, an der in Europa pro Jahr bis zu 0,4 Menschen pro 100.000 Einwohner erkranken.

Wer ist vor allem von Mundfäule betroffen?

Am häufigsten leiden Kinder unter drei Jahren unter Mundfäule, nachdem sie erstmals mit Herpesviren in Kontakt gekommen sind. Sofern Erwachsene unter Mundfäule leiden, ist ihr Immunsystem bereits geschädigt oder stark angegriffen. Denn die Viren sind insgesamt äußerst weit verbreitet und können in einem gesunden Körper keinen Schaden anrichten.

Die ersten Anzeichen für Mundfäule

Als typisches erstes Anzeichen für Mundfäule gilt hohes Fieber. Wenn das betroffene Kind darüber hinaus die Nahrung verweigert, sollten die Eltern die Mundschleimhäute genauer in Augenschein nehmen. Wenn sich dort Bläschen und Aphten gebildet haben, spricht das relativ eindeutig für Mundfäule.

Die Bläschen können sich jedoch bereits im Anfangsstadium der Mundfäule bei Kindern auch über den Gaumen, über die Lippen und über die Haut rund um die Mundpartie ausbreiten. Die Körpertemperatur kann schon von Beginn an relativ hohe Werte erreichen, das Fieber dauert üblicherweise zwischen zwei und fünf Tagen an. Das Zahnfleisch beginnt etwa zwei Tage nach dem Auftritt der ersten Symptome anzuschwellen, Schmerzen treten in diesem Stadium meist jedoch noch nicht auf.

Im weiteren Verlauf der Mundfäule kann sich die komplette Mundhöhle entzünden. Die Zungenwärzchen erscheinen in diesem Stadium der Krankheit als kleine, weiß gefärbte Punkte. Erst jetzt treten starke Schmerzen auf, weshalb Säuglinge die Nahrung entweder komplett verweigern oder nur schwierig aufnehmen können. Das Zahnfleisch schwillt im Verlauf der Mundfäule nicht nur an, sondern nimmt eine blutrote Farbe an. Unter Umständen kann es nun auch zu Blutungen kommen.

Ein weiteres Indiz für Mundfäule besteht in den angeschwollenen Lymphknoten am Hals, die mit einem vermehrten Speichelfluss einhergehen. Typisch für die Mundfäule ist wie bei Mundsoor ein starker Mundgeruch, der bei Mundfäule eine säuerliche Note annimmt.

Mundfäule Baby: ein schmerzhafter Krankheitsverlauf

Mundfäule nimmt einen äußerst schmerzhaften Krankheitsverlauf. Der Grund dafür sind die Entzündungen im Mundraum, die Bläschen sowie die Schwellungen am Zahnfleisch, die einen starken und andauernden Schmerz verursachen. Vor allem Mundfäule bei Kindern äußert sich dadurch, dass die kleinen Patienten durch die Schmerzen äußerst gereizt und unleidlich sind.

Die Gereiztheit wird außerdem verstärkt, weil die Kleinkinder die Nahrung entweder komplett verweigern oder nur unter Schmerzen essen und trinken können. Insgesamt dauert die Erkrankung Mundfäule etwa eine Woche. Erst dann trocknen die Bläschen wieder und die Wunden verheilen von selbst wieder. Dieser Heilungsprozess erfolgt ohne Narbenbildung.




Worauf müssen Mundfäule-Patienten achten?

Tritt Mundfäule bei Erwachsenen auf, sollten diese ein besonderes Augenmerk auf die Ernährung legen, um den Krankheitsverlauf nicht zu verschlimmern. Vor allem, wenn die Schmerzen sehr stark und akut sind, sollten die Betroffenen keine trockenen Backwaren oder andere harte Nahrungsmittel zu sich nehmen.

Denn diese scheuern an den offenen Stellen im Mundraum und verstärken damit die Schmerzen, die mit der Mundfäule einhergehen. Sie sollten außerdem nicht zu heiß essen und Scharfes sowie Saures vermeiden, um Zunge, Gaumen und Zahnfleisch nicht unnötig zu reizen. Patienten sollten darüber hinaus auf salzhaltige Kost verzichten, weil das Salz ebenfalls ein Brennen verursachen kann.

Gelegentlich klagen die Patienten darüber, dass ihnen das Sprechen schwer fällt. Der Grund dafür liegt darin, dass die Zunge sehr häufig ebenfalls von Mundfäule betroffen ist oder zumindest während des Sprechens immer wieder an die betroffenen Stellen stößt. Tritt Mundfäule bei Erwachsenen auf, müssen sie in der Regel keine weiteren Komplikationen befürchten.

Anders hingegen ist die Situation bei Mundfäule bei Kindern. Als besonders gefährdet gelten Kleinkinder in den ersten beiden Lebenswochen. Bei diesen kann die Mundfäule einen schwereren Verlauf nehmen und sogar zu einer Entzündung des Gehirns führen. Treten die Herpesviren in Hautpartien nahe des Auges auf, kann im schlimmsten Fall außerdem die Hornhaut der Augen Schaden nehmen.

Ist Mundfäule ansteckend und wie lang ist die Mundfäule Inkubationszeit?

Mundfäule wird über die sogenannte Tröpfcheninfektion durch Speichel übertragen und hat eine Inkubationszeit von einem bis hin zu 26 Tagen. Sobald die Mundfäule ausgebrochen ist, macht es diese relativ lange Zeitspanne schwierig, auszumachen, wodurch die Infektion erfolgt ist. Die häufigsten Übertragungswege existieren deshalb im direkten und unmittelbaren Umfeld des Kindes.

Beispielsweise kann Mundfäule von den Eltern ans Kind übertragen werden, wenn diese unter Lippenherpes leiden und etwa den Schnuller des Kindes mit ihrem Speichel reinigen. Ältere Kinder stecken sich häufig im Kinderhort oder Kindergarten an, wenn Beißwerkzeuge oder andere Spielsachen, die von kleinen Kindern gern in den Mund genommen werden, durch mehrere Kinderhände gehen.

So wird Mundfäule diagnostiziert

Eine Diagnose per Augenschein ist für den Mediziner schwierig, weil zahlreiche andere Krankheiten im Mundraum, beispielsweise die Mundsoor-Infektion, ähnliche Symptome zeigen wie Mundfäule. Lediglich eine Laboruntersuchung kann dem behandelnden Arzt eine hundertprozentige Gewissheit geben. Diese ist jedoch wichtig für die Behandlung. Denn Mundfäule wird komplett anders behandelt als Mundsoor oder Aphten, die sich in ähnlichen Symptomen äußern.

Die Mundfäule Behandlung

Die Behandlung von Mundfäule unterscheidet sich insofern von der Therapie bei anderen Erkrankungen, als dass hier nicht die Ursache, sondern die Symptome bekämpft werden. Klassischerweise wird Mundfäule zweigleisig behandelt, nämlich zum einen nicht-medikamentös sowie zum anderen mit speziellen Medikamenten.

Egal, ob es sich um Mundfäule Baby, Mundfäule Kleinkind oder Mundfäule Erwachsene handelt, ein Punkt der Behandlung ist für alle Altersgruppen wichtig: Sie müssen ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, um eine Austrocknung des Körpers zu verhindern.

Älteren Kleinkindern können die Eltern also durchaus die eine oder andere Extraportion Eis gönnen, wenn die Kinder unter Mundfäule leiden. Die Eiscreme verbessert nicht nur die Flüssigkeitsbilanz, sondern erfüllt durch die Kühlung außerdem zusätzlich einen schmerzlindernden Effekt.

Auch die sonstige Nahrung sollte flüssig oder halbfest, mild und kühl sein. Neben diversen Breien eignen sich auch Kartoffelpüree oder Nudeln. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist vor allem für kleine Kinder wichtig. Dabei gilt: Dieser Aspekt ist umso wichtiger, je jünger das Kind ist, denn hier ist die Gefahr am größten, dass der kleine Körper dehydrieren könnte.

Die medikamentöse Behandlung der Mundfäule konzentriert sich vor allem auf die Behandlung der Schmerzen, wobei es stark vom Schweregrad der Mundfäule und vom Alter des Patienten abhängt, welche Medikamente der Arzt verordnet. Üblicherweise werden Mittel wie Ibuprofen, Paracetamol sowie verschiedene Lokalanästhetika genutzt. In besonders schweren Fällen von Mundfäule können auch diverse Opioide verordnet werden.




Als Alternative oder Ergänzung zur Schmerztherapie können auch diverse pflanzliche Mittel zur Schmerzlinderung verabreicht werden. Dazu gehören Gerbstoffe wie Heidelbeere, Schwarztee oder Eiche ebenso wie Schleimstoffe, zu denen Eibisch und Malve zählen. Eine Therapie mit rein pflanzlichen Mitteln empfiehlt sich jedoch nur bei leichteren Formen der Mundfäule beziehungsweise als ergänzende Therapie für Kinder, die keinesfalls mehr als die verordnete Dosis an Medikamenten zu sich nehmen sollten.

Allerdings sollten sich auch in diesem Fall die Eltern mit dem behandelnden Arzt abstimmen, welche pflanzlichen Mittel sie dem Kind in welcher Dosierung geben. Empfohlen wird beispielsweise kalter Kamillentee, der in kleinen Schlucken getrunken werden sollte. Während der Tee für die ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgt, wirkt Kamille ebenfalls schmerzlindernd. Dieser Tee kann altersunabhängig in beliebigen Mengen getrunken werden.

Ergänzend zu den Schmerzmitteln können Mundfäule-Patienten auch Mundwasser verwenden, das eine reiz- und schmerzlindernde Wirkung haben kann. Unter Umständen lässt sich bei Mundfäule ein schnellerer Heilungserfolg erzielen, wenn ergänzend zu den Schmerzmitteln das antivirale Medikament Aciclovir verabreicht wird.

Aber auch diese Therapie sollten Eltern oder erwachsene Patienten nicht eigenmächtig beginnen, sondern nur nach Absprache mit dem Arzt. Vor allem Kinder können empfindlich auf dieses Medikament reagieren. Dieses und ähnliche Präparate, die gegen Herpesviren wirken, sollten möglichst frühzeitig verabreicht werden, nachdem die ersten Mundfäule-Symptome aufgetreten sind.

Gibt es vorbeugende Maßnahmen gegen Mundfäule?

Wegen der weiten Verbreitung der Herpesviren – nahezu jeder Mensch trägt sie in sich – sind vorbeugende Maßnahmen relativ schwierig. Eltern, die unter akutem Herpes im Mundbereich leiden, sollten beispielsweise darauf verzichten, ihr Kind zu küssen und den eigenen Speichel nicht mit dem Schnuller oder dem Essbesteck des Kindes in Berührung bringen. Kinder, die unter Mundfäule leiden, sollten während der Krankheit außerdem nicht den Kindergarten besuchen, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.

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    Zahni

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