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Ist eine Wurzelbehandlung schmerzhaft und wie hoch sind die Kosten

Wurzelbehandlung

Die Wurzelbehandlung gehört zu den gefürchtetsten Behandlungen beim Zahnarzt.

Die Wurzelbehandlung ist ein zeitaufwendiger Eingriff und oft mit Schmerzen für den Patienten verbunden.

Allerdings handelt es sich bei der Wurzelbehandlung ähnlich wie bei der Wurzelspitzenresektion oft um die einzige Möglichkeit, einen stark von Karies befallenen oder entzündeten Zahn zu retten.

Der Unterschied zwischen Wurzelbehandlung und Wurzelspitzenresektion besteht in der Herangehensweise des Zahnarztes: Bei der Wurzelbehandlung dringt der Zahnarzt durch den Zahn in den Zahnwurzelkanal ein, um den Nerv abzutöten, während dies bei der Wurzelspitzenresektion von außen, also durch den Kiefer geschieht.

Unangenehm sind für viele Patienten außerdem die finanziellen Folgen, denn die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Wurzelbehandlung Kosten nicht in jedem Fall.




Wann eine Wurzelbehandlung notwendig ist:

Im Wesentlichen sind es zwei Gründe, die eine Wurzelbehandlung erforderlich machen können:

  1. Der Zahn ist bereits abgestorben oder lebt noch, ist allerdings entzündet und dadurch bereits stark geschädigt.
  2. Wird tiefsitzende Karies nicht behandelt, kann diese innerhalb des Zahnmarks zu einer Entzündung führen mit der Folge, dass Nervenfasern absterben.

Die unbehandelte und tiefsitzende Karies ist der häufigste Grund für eine Wurzelbehandlung. Grundsätzlich hat der Zahnarzt bei dieser Behandlung das Ziel, sämtliche Keime und die Teile des Gewebes zu entfernen, die von einer Entzündung befallen sind. Dadurch soll vermieden werden, dass die Entzündung auf das Knochengewebe übergreifen und dort noch größere Schäden anrichten kann.

Tiefsitzende Karies entsteht folgendermaßen: Karies verursacht ein Loch im Zahn. Sofern dieses nicht frühzeitig behandelt wird, befällt die Karies immer größere Teile des Zahns und erreicht irgendwann den Zahnnerv. Nun können sich die Bakterien in den Hohlräumen im Inneren des Zahns festsetzen und weiter ausbreiten. Dies führt entweder zu einer akuten Entzündung der Zahnwurzel oder lässt den Zahn langsam absterben.

Weitere Gründe für Entzündungen:

Auch Einflüsse von außen können eine Entzündung der Zahnwurzel verursachen. Dazu gehören beispielsweise Frakturen des Zahnes, die etwa bei einem Unfall entstehen können. Die Zahnwurzel kann sich außerdem entzünden, wenn der Zahn beschliffen wird. Dies ist oft aus zahnmedizinischen Gründen erforderlich, zum Beispiel wenn eine Brücke, eine Füllung oder ein Inlay eingesetzt werden muss.

Wurzelbehandlung Dauer: mehrere Sitzungen sind nötig

Bei einer Wurzelbehandlung handelt es sich um eine langwierigere Behandlung, die von vielen Zahnärzten auf drei Sitzungen verteilt wird. Wie lange die einzelnen Sitzungen dauern, lässt sich im Vorfeld allerdings nicht einschätzen, weil dies unter anderem davon abhängt, wie leicht zugänglich die Wurzelkanäle für den Dentisten sind. Der übliche Wurzelbehandlung Ablauf sieht folgendermaßen aus:

Weil die Wurzelbehandlung schmerzhaft ist, erfolgt zu Beginn der ersten Sitzung zunächst eine lokale Betäubung, um das Schmerzempfinden auszuschalten. Vor allem bei stark entzündeten Zähnen ist es oft notwendig, eine weitere Spritze zur Betäubung zu setzen. Diese Injektion erfolgt oft direkt ins Zahnmark. Spätestens ab diesem Zeitpunkt spürt der Patient keine Wurzelbehandlung Schmerzen mehr.

Sobald die erste Spritze ihre Wirkung zeigt, wird zunächst die Karies entfernt. Anschließend öffnet der Zahnarzt den Wurzelkanal und erweitert diesen. Sobald das geschehen ist, wird der Nerv entfernt. Anschließend wird der Wurzelkanal mit dreiprozentigem Wasserstoffperoxid zur Desinfektion ausgespült. Bei Bedarf erhält der Patient nun noch eine medikamentöse Einlage, bevor der Zahn provisorisch geschlossen wird.

In der zweiten Sitzung wird zunächst ein Röntgenbild angefertigt, um die Länge der Wurzel zu bestimmen. Nun erfolgt die Aufbereitung des Wurzelkanales mit Bohren und Pfeilen. Dies geschieht bis zur Spitze der Wurzel hinunter. Daraufhin wird der Zahn erneut provisorisch verschlossen.

In der dritten Sitzung erfolgt schließlich die Füllung der Wurzelkanäle. Dies geschieht mit einer herkömmlichen Füllpaste. Sobald der Zahnarzt die Füllung gemacht hat, wird ein weiteres Röntgenbild angefertigt. Dieses dient zur Kontrolle, ob die Füllung tatsächlich bis hinunter zur Wurzelspitze reicht.

Wurzelbehandlung Zahn am Backenzahn: eine besondere Herausforderung

Die Zahn Wurzelbehandlung stellt für den Zahnarzt oft eine besondere Herausforderung dar und macht in vielen Fällen eine zusätzliche Sitzung nötig. Das ist der Fall, wenn Backenzähne bereits vor der Wurzelbehandlung behandelt wurden und deshalb stark ausgehöhlt sind. Denn diese Aushöhlungen erhöhen die Bruchgefahr für den Zahn. Sobald die letzten Spuren der Wurzelbehandlung abgeheilt sind, ist es deshalb oft notwendig, dass die betroffenen Zähne mit einer hochwertigen Füllungstechnik komplett wiederhergestellt werden. Auch wenn diese Maßnahme nicht notwendig ist, dauert die Wurzelbehandlung bei Backenzähnen meist länger, weil diese mehr Zahnwurzeln besitzen als beispielsweise Schneidezähne.




Kann eine Wurzelbehandlung ohne Betäubung erfolgen?

Theoretisch könnte die Wurzelbehandlung auch ohne Betäubung erfolgen. Die Patienten sollten allerdings schon aus eigenem Interesse nicht auf eine lokale Betäubung verzichten. Denn selbst bei einem eigentlich abgestorbenen Zahn ist der Nerv oft noch sehr schmerzempfindlich. Auch die Spritze, die direkt in das Zahnmark gespritzt wird, gilt als sehr schmerzhaft. Dieser Schmerz lässt sich jedoch dadurch verringern, dass eine örtliche Betäubung durchgeführt wird, bevor der eigentliche Eingriff beginnt.

In vielen Fällen kann die Wurzelbehandlung Schmerzen danach zur Folge haben. Sobald die Wurzelbehandlung abgeschlossen ist, handelt es sich dabei um Schmerzen, die mit dem Heilungsprozess der offenen Wunde einhergehen. Sie sollten deshalb gut erträglich sein und nach einer Zeitspanne von fünf bis zehn Tagen von selbst wieder abklingen.

Sehr häufig klagen die Patienten über Schmerzen, wenn die Wurzelbehandlung noch nicht komplett abgeschlossen ist. Das betrifft vor allem Patienten, bei denen die Nerven in der ersten Sitzung nicht komplett entfernt werden konnten. Dies kommt sehr häufig bei engen Wurzelkanälen vor oder wenn der Zahnarzt keinen optimalen Zugang zu den Wurzelkanälen vorfindet, wie es bei seitlichen Zähnen der Fall sein kann. Sollte dies zutreffen, benutzt der Dentist die bereits genannten medizinischen Einlagen. Deren Zweck besteht darin, das Gewebe innerhalb des Zahns abzutöten.

Wenn der Patient nach Wurzelbehandlung Schmerzen verspürt, obwohl der Nerv komplett entfernt werden konnte, kann auch folgende Ursache dahinter stecken: Die Entzündung könnte bereits auf Zahnfleisch, umliegendes Gewebe oder den Kieferknochen übergegriffen haben. Meist lässt sich diese Entzündung mit Antibiotika sehr gut in den Griff bekommen. Falls die Medikamente keine Linderung bringen, muss unter Umständen noch eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt werden.

Wie hoch sind die Kosten Wurzelbehandlung?

Grundsätzlich gilt eine Wurzelbehandlung als teure zahnmedizinische Behandlung. Der Preis liegt zwischen 200 und 1.000 Euro, je nachdem wie groß der Aufwand des Zahnarztes ist. Und nicht zwangsläufig werden die Kosten für die Wurzelbehandlung durch die Krankenkasse übernommen, was eine Zuzahlung Wurzelbehandlung für die Patienten bedeutet.

Wurzelbehandlung Kassenleistung: Wann keine Wurzelbehandlung Zuzahlung geleistet werden muss

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Wurzelbehandlung nur, falls die Chancen hoch sind, dass der Zahn durch diese Maßnahme auch erhalten werden kann. Die Erfolgsaussichten kann der Patient als Laie allerdings nicht beurteilen. Auch wenn sich der Eingriff komplizierter gestaltet, als zuvor gedacht, können Kosten auf den Patienten zukommen. Beispielsweise übernimmt die Kasse lediglich die Kosten für drei antibakterielle Desinfektionen. Sind mehr Desinfektionen notwendig, muss der Patient alle weiteren aus der eigenen Tasche bezahlen.

Noch komplizierter wird es, wenn bei einem Backenzahn eine Wurzelbehandlung notwendig ist, denn hier sind noch weitere Bedingungen erforderlich. Eine von folgenden drei Voraussetzungen muss erfüllt sein, damit die Krankenkasse den Eingriff bezahlt:

  • Der betroffene Backenzahn muss in einer kompletten und lückenlosen Zahnreihe stehen
  • Auch wenn der letzte Zahn in der Reihe durch die Wurzelbehandlung erhalten werden kann, zahlt die gesetzliche Krankenkasse
  • Handelt es sich um einen tragenden Zahn für ein Implantat wie eine Brücke, zahlt die Krankenkasse ebenfalls die Wurzelbehandlung

Nicht bezahlt wird hingegen bei schlechten oder unklaren Erfolgsaussichten. Diese kann allerdings nur der Zahnarzt anhand des Röntgenbildes seriös beurteilen. Mögliche Einschränkungen bestehen etwa dann, wenn die Zahl der Wurzelkanäle nicht aus dem Röntgenbild ersichtlich wird oder wenn die Wurzelkanäle sehr stark gekrümmt sind.




Gibt es eine Alternative zur Wurzelbehandlung?

Am häufigsten wählen die Patienten das Ziehen des Zahns als Alternative zur Wurzelbehandlung. Doch diese Variante macht häufig weitere Behandlungen notwendig. Das gilt vor allem dann, wenn Zähne aus dem vorderen Bereich des Mundraums betroffen sind. Um die Zahnlücke zu kaschieren, ist dann entweder ein Implantat oder eine Brücke notwendig. Diese können jedoch mit Kosten von bis zu 4.000 Euro zu Buche schlagen. Der Patient muss die Kosten für die Wurzelbehandlung selbst tragen, wenn die Krankenkasse nicht bezahlen will.

Private Zahnzusatzversicherung als Alternative?

Weil Patienten für viele zahnärztliche Leistungen wie Zahnersatz ohnehin bereits hohe Zuzahlungen leisten müssen, entscheiden sich immer mehr Verbraucher für eine Zahnzusatzversicherung. Dadurch können sie die finanzielle Belastung für Behandlungen zumindest reduzieren, im günstigsten Fall deckt der Versicherungsschutz aus gesetzlicher Versicherung und privater Zusatzversicherung die Kosten für eine Behandlung oder den Zahnersatz sogar komplett ab. Ob die private Versicherung die Kosten für eine Wurzelbehandlung übernimmt, hängt davon ab, ob diese Leistung im Vertrag enthalten ist.

Bevor mit der Wurzelbehandlung begonnen wird, sollten sich die betroffenen Patienten von ihrem Zahnarzt einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben lassen. Dann können sie in aller Ruhe abklären, ob die Versicherung für die Kosten aufkommt und können die Forderung notfalls überprüfen.

Lässt sich die Wurzelbehandlung vermeiden?

Mit der richtigen Vorsorge lassen sich zumindest die Chancen deutlich steigern, dass keine Wurzelbehandlung durchgeführt werden muss. Die dauerhafte Schädigung der Zahnwurzeln lässt sich am besten durch eine gute und tägliche Zahnpflege vermeiden. Aber auch die Ernährungsweise kann eine Rolle dabei spielen, wie leicht sich eine Entzündung bilden und wie stark sich diese im Mundraum ausbreiten kann. Tipps zu vorbeugenden Maßnahmen gegen eine Wurzelentzündung finden interessierte Verbraucher unter anderem im Internet, aber auch in der Zahnarztpraxis können sich Patienten über vorbeugende Maßnahmen informieren.

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Zahni

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